Anne Mehlhorn

Krimis & Thriller

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Nebelwald

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Alice tut alles, um ein möglichst normales Leben zu führen. Sie engagiert sich ehrenamtlich in einem Jugendzentrum und möchte nach ihrem Studienabschluss in der Kunsttherapie arbeiten. Doch was niemand über sie weiß: Ihr fehlt die Erinnerung an drei Jahre ihres Lebens – ihre Jugendzeit. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit stößt sie überall auf Schweigen. Sie ahnt, dass sie an etwas rührt, das für immer im Dunkel bleiben sollte – und je mehr sie herausfindet, desto mehr zweifelt sie an sich selbst. Ist sie wirklich die, die sie zu sein glaubt?

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  • Anne
    Mehlhorn
    erscheint im: August 2019
    Taschenbuch: 13.99 €
  • Anne Mehlhorn
    Nebelwald
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    Anne Mehlhorn

Vita

Anne Mehlhorn

Anne Mehlhorn, Jahrgang 1990, wuchs im Erzgebirge auf und studierte an der HTWK Leipzig erfolgreich Verlagsmanagement und Informatik. Inzwischen arbeitet sie als Softwareentwicklerin für eine Cybersecurity-Firma. 2013 erschien ihr Verlagsdebüt „Die Seele des Stachelschweins“. Seitdem hat sie mehrere Kurzgeschichten aus dem Krimi-Genre in Anthologien veröffentlicht. Sie liest regelmäßig im Raum Leipzig, u. a. auf der Leipziger Buchmesse.

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Leseprobe

Am liebsten würde sie sich die Hände auf die Ohren schlagen, die Augen schließen und weglaufen, doch sie ist wie erstarrt, kann keinen Muskel rühren.
   Stöhnend saugt er nach Luft. Ein Gurgeln dringt aus seiner Kehle. Im Lichtkegel der Taschenlampe schimmern seine Lippen bläulich.
   Er hustet, und ein Schwall Blut ergießt sich über sein Kinn. Leuchtendes Rot auf weißgrauer Haut. Erst dieser Anblick zerfetzt die Leere in ihrem Kopf, und ihr wird plötzlich klar, dass sie einem Menschen beim Sterben zusieht.

Kapitel 1
Im schwarzen Zug

In wenigen Minuten würde das Jugendzentrum schließen. Hefte, Bücher, Stifte, und Papiere lagen übereinandergestapelt am Rand der Arbeitsflächen, die Stühle waren ordentlich zusammengeschoben. Nichts erinnerte mehr an die aufgeregten Stimmen, das Lachen, Schreien und Plappern, das noch vor einer Stunde alle Räume erfüllt hatte.
   Schweigend beobachtete Alice den Jungen, der ihr gegenübersaß und wie hypnotisiert mit dem Pinsel über das ausgebreitete Blatt strich. Er saß so tief über den Tisch gebeugt, dass seine Nasenspitze beinahe die feucht schimmernde Oberfläche des Papiers berührte. Seine dunklen Locken hingen ihm in die Stirn und verbargen den Ausdruck in seinen Augen. Er hob den Pinsel, hielt inne und mischte dann auf der Palette mehr Schwarz in die blaue Farbe.
   Auf seinem Bild waren die Umrisse eines Körpers zwischen Wellen und Luftblasen zu erkennen, kräftige schwarze Striche ohne jedes Detail. Die Figur trieb über den Meeresgrund, zwischen Seegräsern hindurch, die sich um Arme und Beine wanden. Den Kopf hatte sie in Richtung Oberfläche erhoben – wünschte sie sich dort hinauf?
   Während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Zentrum hatte Alice schon viele Kinder und Jugendliche dabei begleitet, ihre Gefühle durch Kunst auszudrücken. Für manche war es einfacher, sich in Bildern statt in Worten mitzuteilen.
   Draußen dämmerte es bereits. Das hereinfallende Licht malte die Blumenmuster der Gardinen nur noch undeutlich an die Wände. Bis auf den Jungen und Alice war fast niemand mehr da. Nur drei Mädchen standen noch schwatzend am Billardtisch, und Stefanie, die heute den ganzen Nachmittag über Nachhilfe in Mathematik gegeben hatte, wischte mit einem feuchten Tuch die Arbeitsflächen ab.
   Nachdenklich wandte sich Alice wieder dem Jungen zu, der weiterhin in seine Arbeit vertieft war und nichts um sich herum mitzubekommen schien. Nach wie vor trug er mit wellenförmigen Bewegungen dunkles Blau auf sein Bild auf.
   »Hey«, sagte Alice leise.
   Er zuckte zusammen und sah blinzelnd zu ihr hoch, als hätte er vergessen, dass sie da war.
   »Du musst jetzt langsam nach Hause.«
   Wie in Zeitlupe legte er den Pinsel beiseite, rückte mit dem Stuhl vom Tisch zurück und betrachtete stirnrunzelnd sein Bild.
   »Ich lege es nach drüben zu den anderen, da kann es in Ruhe trocknen, und nächste Woche malst du es fertig, in Ordnung?«
   Mit dem Unterarm strich der Junge sich die Locken aus der Stirn, die farbbefleckte Hand weit abgespreizt. Alice bemühte sich um einen längeren Blickkontakt, doch schnell wich er ihr aus.
   »Ist jemand da, wenn du nach Hause kommst?«
   Er legte den Kopf leicht schräg und nickte kaum merklich. Sie wusste, was das hieß: Keine Ahnung.
   Mit spitzen Fingern nahm er das Blatt vom Tisch und brachte es zu den Arbeitsflächen nahe der Heizung, wo die Bilder anderer Kinder trockneten. Dann zog er seine Jacke von der Garderobe, ergriff seinen Rucksack und war mit einem »Bye« aus der Tür verschwunden, bevor sie ihn daran erinnern konnte, dass er Pinsel und Palette noch ausspülen musste.
   Alice säuberte die Malutensilien und räumte sie in den Schrank. Im Vorbeigehen warf sie noch einmal einen Blick auf das Bild des Jungen, die dunkle Gestalt am Meeresgrund. Sie war nicht sicher, warum sie das Motiv so beschäftigte. Während sie das Blatt betrachtete, spürte sie ein unangenehmes Prickeln auf der Haut. Rasch wandte sie ihren Blick ab und rieb mit den Händen über ihre Arme, um das Gefühl zu vertreiben.
   Als sie mit allem fertig war, schnappte sie sich ihre schwarze Lederjacke und die Mütze vom (...)

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