Lara Möller

Krimis & Thriller

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Unter dem Eis - Christopher Diecks 2

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Die Bauunternehmerin Karin Neudorf ist verzweifelt. Nach einer Affäre wurde sie von ihrem Liebhaber erpresst. Nun fürchtet sie, dass der Mann zurückgekehrt ist, um weitere Zahlungen zu verlangen. Ihre Ehe und der Ruf ihrer Firma stehen auf dem Spiel. In ihrer Not wendet sie sich an die Detektei Kleemeyer. Christopher Diecks beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn zu Gerrit Rust, einem jungen Mann, der seine verschwundene Cousine sucht. Sie wurde zuletzt auf einer Baustelle der Neudorf-Hochtiefbau gesehen. Christopher vermutet eine Verbindung zwischen den Ereignissen. Die Suche nach Beweisen bringt ihn schon bald in große Gefahr.

  • Lara
    Möller
    erscheint im: Juli 2019
  • Lara Möller
    Unter dem Eis - Christopher Diecks 2
  • Unter dem Eis - Christopher Diecks 2
    Lara Möller

Vita

Lara Möller

Lara Möller wurde 1978 in Hamburg geboren und ist gelernte Schifffahrtskauffrau. Ihre Faszination für das Rollenspiel ShadowRun und die begleitenden Romane führte schließlich zu ihrem Entschluss, selbst ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Während ihrer Ausbildung und in den folgenden Jahren veröffentlichte sie drei ShadowRun-Romane und zwei Kurzgeschichten. Mittlerweile konzentriert sie sich auf Krimis und Thriller und unternimmt gelegentliche Ausflüge in die SF. Wenn die Autorin in ihrer Freizeit nicht gerade an einer neuen Geschichte arbeitet, plant sie den nächsten Wanderurlaub und hält sich mit Fahrradfahren, Fitnesstraining und Heavy-Metal-Konzerten in Form.

Leseprobe

Prolog
November 2014

Ich hasse diese Stadt!
   Missmutig klappte Simon den Kragen seiner Winterjacke hoch. Tiefe Pfützen bedeckten den unebenen Boden. Schlamm spritzte auf seine hellen Turnschuhe. Feuchtigkeit drang an den Nähten ins Innere, durchnässte die Socken und verwandelte seine Füße in Eisklötze. Der Wind trug Nieselregen und den Geruch von feuchtem Beton heran. Schon an den ersten Tagen zeigte sich der November von der schlechtesten Seite. Trüb, regnerisch, kalt.
   Hamburg, meine Perle …
   Für andere vielleicht. Ihn hielt nichts hier. Sobald er das nötige Geld aufgetrieben hatte, würde er abhauen. Nach Mallorca oder auf die Kanaren. Von vorn anfangen. Alles anders machen. Alles besser machen.
   »Komm schon, drinnen ist es trocken.« Nina war vorausgelaufen und wartete ungeduldig vor einem hohen Metallzaun. Dahinter lagen Stapel von Holzbrettern, verrostete Metallstangen und Reihen ehemals weißer Steine, die durch den stetigen Regen grau verfärbt waren. Eine Schautafel zeigte das computersimulierte Bild eines Hotels, dessen gläserne Fassade im Sonnenschein glitzerte.
   Skeptisch betrachtete er die anderthalb Stockwerke, die aus der riesigen Baugrube ragten. Blanker Beton hinter Baugerüsten, Pfeiler, Fensteröffnungen, ein Labyrinth aus tragenden Mauern, Treppen, die ins Nichts führten.
   Mitten in der Baustelle stand ein gelber Kran, dessen Ausleger hoch über allem schwebte. Die tief hängenden Wolken schienen ihn verschlingen zu wollen.
   Eine scharfe Windböe fuhr in seine Kleider und zerzauste ihm das Haar. Das durchdringende Tuten eines Schiffshorns ertönte. Er wandte sich um. Jenseits des weitläufigen Brachlandes lag die Elbe. Nina liebte den Hafen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Rieke hatten sie an den Landungsbrücken Bier getrunken und dabei die Fähren und Barkassen beim An- und Ablegen beobachtet. Danach waren sie zum Gelände des Fischmarkts gegangen, vorbei am Trockendock von Blohm & Voss, das auf der anderen Seite des Flusses lag, und weiter die Große Elbstraße entlang. Bald würde es dunkel werden.
   »Lass uns zum Hauptbahnhof fahren«, schlug Simon vor. »Da ist es wärmer.«
   Rieke hatte schon vor einer Weile die Lust an diesem Ausflug verloren und sich auf den Weg zur nächsten S-Bahn-Station gemacht. Sie stand bestimmt mit einem heißen Kaffee in der Wandelhalle und schnorrte Zigaretten oder Kleingeld von den Passanten. Simon stand der Sinn nach härteren Getränken als Kaffee. In seiner Jackentasche klirrten bei jedem Schritt leise leere Kornfläschchen.
   »Nee, da hängt Paul rum.« Ninas Kopf verschwand fast unter der Kapuze ihrer Winterjacke, sodass er ihren abweisenden Gesichtsausdruck nur erahnen konnte. »Den Blödmann will ich nicht sehen.« Sie streckte ihm eine behandschuhte Hand entgegen. »Komm, das wird lustig!«
   Simon seufzte. Auf einer verlassenen Baustelle herumzuschleichen, entsprach nicht seiner Vorstellung von lustig. Allerdings zog er es einer Begegnung mit Paul definitiv vor.
   Nina hob einen Teil des mobilen Zauns aus seiner Verankerung. Er blickte sich besorgt um.
   »Was ist mit den Kameras?« Überall hingen Warnhinweise, dass die Baustelle per Video überwacht wurde.
   »Hab noch nie eine gesehen. Sei kein Feigling!«
   Bevor er protestieren konnte, streifte Nina ihren Rucksack ab und schlüpfte durch die Lücke. Sie huschte in den Schutz der Mauern und winkte ihn grinsend heran, euphorisiert vom Kitzel des Verbotenen. Simon ergab sich in sein Schicksal. Rasch folgte er Nina. Sie belohnte ihn mit einem wunderschönen Lächeln. Ihre blauen Augen strahlten und ihre Wangen waren gerötet von der Kälte. Er versuchte, sie zu küssen. Sie schob ihn kichernd zurück und verschwand in dem steinernen Labyrinth. Er lief ihr nach, verlor sie aus den Augen und versuchte, dem Echo ihrer Schritte zu folgen. Schließlich fand er sie in einer windgeschützten Ecke. Vor ihr erstreckte sich eine unbebaute Fläche, die einmal ein Innenhof oder Parkplatz sein würde. In der Mitte der Fläche stand der massive Fuß des Krans. Es war ein beeindruckender Anblick. Simon trat ins Freie und legte den Kopf in den Nacken. Sah hoch, an dem gelb angestrichenen Stahl entlang, bis in den bleigrauen Himmel. (...)

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